Der Biber

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„Der Biber“ ist ein Spielfilm, der im Jahr 2011 erstmals auf den Filmfestspielen in Cannes gezeigt wurde. Die Produktionsländer für die Tragikomödie sind die USA sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Für die Regiearbeit zeigt sich die bekannte US-Schauspielerin Jodie Foster verantwortlich, die außerdem auch eine Rolle in dem Streifen übernommen hatte. Ein besonderes Augenmerk gehört jedoch Mel Gibson, der in den letzten Jahren so gut wie keine Rollen mehr angenommen hatte. Der einstige Superstar, der seine Filmkarriere selbst ins Aus manövrierte, wurde von Kritikern mit viel Lob für seine Rolle in „Der Biber“ überschüttet.

Ein eigentlich glückliches Leben wird durch schwere Depressionen im Würgegriff gehalten

Walter Black (Mel Gibson) hat an sich ein wunderbares Leben. Er ist mit der attraktiven Meredith (Jodie Foster) verheiratet, beide haben zwei Kinder – Porter (Anton Yelchin) und Henry (Riley Thomas Stewart). Außerdem leitet er erfolgreich eine Spielwarenproduktion. Obwohl alles auf ein glückliches Leben hindeuten würde, gibt es in der Familie große Probleme. Familienvater Walter leidet seit langer Zeit an chronischen Depressionen. Die haben aus Walter einen Menschen gemacht, der keinerlei Motivation mehr besitzt – weder in der Familie noch im Beruf. Er schafft es einfach nicht, sich seinen Problemen stellen zu können. Das verzerrt seine gesamte Persönlichkeit und bedeutet eine große Belastung für die Familie. Schlussendlich sieht seine Ehefrau Meredith keinen anderen Ausweg, als sich von Walter zu trennen, und ihn auf die Straße zu setzen. Noch tiefer in seine Depressionen abgeglitten, will sich Walter nun ernsthaft das Leben nehmen. Doch durch einen Zufall entdeckt er eine alte Handpuppe in Gestalt eines Bibers im Müll.

Der Biber befreit Walter aus seiner depressiven Isolation

Er stülpt sich die Puppe über den Arm und fängt nicht nur an, mit der dem Biber zu sprechen. Vielmehr übernimmt der Biber die dringend notwendige starke und selbstbewusste Rolle für Walter. Scheinbar ist ihm der Biber also eine ausgesprochen gute Therapie. Selbst seine Frau sieht zunächst den positiven Aspekt, dass sich Walter nun offenbaren kann, wenn auch indirekt, indem er dem Biber die Kommunikation überlässt. Während sein jüngerer Sohn Noah ebenso Begeisterung für die Handpuppe zeigt, verstärken sich für den pubertierenden Porter die Probleme mit seinem Vater, denn der ist der Meinung, dass der jetzt völlig durchgedreht ist. Entsprechend wendet er sich aus Scham für seinen Vater von ihm ab. Aber auch Meredith wird der Biber bald zu viel, denn selbst im Bett übernimmt er die Rolle und sie kann ausschließlich über die Handpuppe mit Walter reden. Gleichzeitig ereilt die anderen Protagonisten um Walter herum langsam aber sicher die Erkenntnis, dass es nun eigentlich Walter ist, der alles auf den Punkt bringt, aber alle anderen ebenso ihre Probleme haben.

Eine Paraderolle für den einstigen Megastar Mel Gibson

Das Drehbuch zu „Der Biber“ existiert schon seit mehreren Jahren. So wurde es 2008 als bestes nie produziertes Drehbuch ausgezeichnet. Dann bekam Jodie Foster die Unterlagen in die Hände und beschloss, sich an den riskanten Stoff heranzuwagen, der einerseits das durchaus ernste Problem von Depressionen aufgreift, andererseits dem Film mit der Figur des Bibers eine komische Seite mitgibt. Zunächst wollte Foster die Rolle des Walter Black mit Jim Carrey oder Steve Carell besetzen, doch dann fiel die Wahl auf Mel Gibson. Der wiederum erwies sich als Glücksfall für die Handlung. Die meisten Kritiker sind sich einig, dass der gesamte Film durch die schauspielerische Leistung von Mel Gibson getragen wird. Da der Akteur vor gut 10 Jahren für etliche verbale Entgleisungen unter Alkoholeinfluss sorgte, bedeutet dies zunächst das Karriereende für den brillanten Schauspieler. Bei „Der Biber“ drängt sich fast das Gefühl auf, Gibson habe sich selbst zum Teil gespielt.